Das Internet sagt: Ich habe Krebs!

Hierbei ist die Diagnose Krebs, je nach Findungsgeist des Users wahlweise mit anderen Krankheiten von normal bis hoch- exotisch austauschbar.
Immer öfter kommen Patienten zu uns in die Praxis, die diese oder eine ähnliche Aussage tätigen. Manchmal mit der festen Überzeugung, dass sie wirklich schwer krank sind, immer öfter jedoch auch mit einem verschmitzten Grinsen und dem Zusatz: Glaub ich aber nicht und darum bin ich heute hier in der Praxis.

Ist es also falsch, sinnlos oder gefährlich sich im Internet über seine Symptome und die eventuell daraus resultierende Krankheit zu informieren?

Nein!
Es wird vielmehr immer wichtiger, dass man sich als Patient auch selbstständig informiert. Wichtig ist nur, dass man das Internet als Informationsmedium und nicht als immer verbindliche Informationsquelle sieht. Jeder kann alles was er meint ins Netz stellen und wenn es natürlich mittlerweile auch viele seriöse Seiten gibt, so gibt es mindestens genau so viele Seiten die entweder falsche oder veränderte Darstellungen von Symptomen/ Krankheiten geben. Sei es um Aufmerksamkeit zu bekommen oder um Produkte gegen diese „schlimmsten und gefährlichsten Krankheiten“ für teures Geld zu verkaufen.
Es kann also, wenn man sich zu sehr auf die im Internet gestellte Diagnose festlegt sehr teuer werden und/ oder, wenn man zu lange wartet um diese mit einem Arzt zu besprechen in der Tat gefährlich werden, weil zum Beispiel harmlose Erkrankungen, wenn sie verschleppt werden durchaus organschädigende Wirkungen entwickeln können.

Unsere Empfehlung lautet daher:

  • Versuchen Sie selbst gern Ihre Krankheitssymptome zu benennen.
  • Fragen Sie „Dr. Google“.
  • Bevor sie aber viel Geld für fragliche „Mittelchen“ ausgeben oder wenn Sie unsicher sind oder durch die fragliche Diagnose sogar Angst bekommen, schauen Sie lieber einmal bei Ihrem Hausarzt vorbei.

Meistens ist es möglich mit wenigen kleinen Zusatzinformationen den häufig vorliegenden Irrtum aufzudecken und die tatsächlich vorliegende Krankheit zu Behandeln. Sollte dies einmal nicht direkt möglich sein, wird Ihnen Ihr Hausarzt erklären warum sie zu welchem Spezialisten überwiesen werden.